|
Jo Van Nelsen verabschiedet sich Richtung Schauspielerkarriere und Culture Beat erfinden sich neu mit ihrem zweiten Line-Up: Den amerikanischen Rapper Jay Supreme und die deutsche Sängerin Lana E. Das erste Culture Beat-Album "Horizon" enthält Hits wie "I Like You" oder "Tell Me That You Wait". Lana E zieht dann eine Berufsausbildung der Sängerkarriere vor und mit Peter Zweier, einem alten Bekannten aus LDC - Abfahrt - und Klangwerk-Zeiten, macht sich Torsten Fenslau auf die Suche nach einer neuen Sängerin. Mit Tania Evans, Tochter Jamaikanischer Eltern aus London entsteht das Erfolgsalbum "Serenity". Es erscheint 1993: "You are grooving with the hypnotic sound of Culture Beat" heißt es im Prolog: Das lassen sich die Dancefloorfans nicht zweimal sagen - die Single "Mr. Vain" wird in dreizehn Ländern Nummer eins: In Deutschland neun Wochen lang und im Mutterland des Pops, Großbritannien, unglaubliche vier Wochen. Selbst in den USA knackt "Mr. Vain" die Top Twenty der Billboard Charts. 28 Gold und Platin Auszeichnungen zeugen von dem Erfolg. Culture Beat gewinnen in diesem Jahr so gut wie jeden Musikpreis, den man in Deutschland erhalten kann: Torsten Fenslau erhält den Echo als "Produzent des Jahres" und Culture Beat werden mit einem zweiten Echo ausgezeichnet als erfolgreichster deutscher Act im Ausland. Ende 1993 senken sich Schatten über das Schicksal von Culture Beat: Gründer und Produzent Torsten Fenslau verunglückt tödlich. Und während die Musikwelt noch fürchtet, dass dies das Ende von Culture Beat sein könnte, beschließt Torstens Bruder Frank Fenslau, Culture Beat fortzusetzen. Eine große Aufgabe, der er aber gerecht wird. "Inside Out", das zwei Jahre später erscheint, läutet eine neue Phase in der Culture Beat Erfolgsgeschichte ein und stellt auch den Beginn der Zusammenarbeit mit Peter Gräber dar. Anstatt sich dem damaligen Trend - kurz zusammengefasst: schneller, härter, gepichte Stimme - anzupassen hat sich der Sound der Band weiterentwickelt: Er ist grooviger geworden und hat an Atmosphäre gewonnen. Die Trance-Elemente sind betonter, Jay Supreme's Rap und Tania Evans bittersüße Vocals kommen besser zur Geltung, allerdings - und das zeigt besonders der Titeltrack - ohne dass die Tanzbarkeit der Culture Beat Songs darunter leidet. Immer auf der Suche nach der größtmöglichen Qualität und Originalität, wählt Frank Fenslau bei der Produktion von "Inside Out" eine Herangehensweise, die für deutsche Dance-Verhältnisse eher ungewöhnlich, in Großbritannien oder den USA aber Gang und Gäbe ist: Er überlässt die Produktion nicht einer einzelnen Person oder einem einzigen Team, sondern arbeitet mit insgesamt fünf verschiedenen Production Teams: Das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand, in der Geschichte des deutschen Dance hat wohl noch nie ein Album so abwechslungsreich geklungen. 1998 erscheint das vierte Culture Beat Studio Album, "Metamorphosis". Angeführt wird der Release von der erstaunlich langsamen Single "Pay No Mind", der ersten Singleproduktion von Peter Gräber. Nachdem sowohl Tania Evans und Jay Supreme die Band verlassen haben, ist dies die erste Single mit der neuen Sängerin Kim Sanders. Bekannt geworden ist sie mit ihrem Hit "Show me" - produziert von Torsten Fenslau und auf dem eigenem Abfahrt Label erschienen. Insgesamt erscheinen drei Singles - "Pay No Mind", “Rendez-Vous" und "You Belong", die Culture Beat von ihrer bisher popigsten Seite zeigen.
|