Culture Beat III
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Nun sind Culture Beat zurück: Erster Vorbote des für den Herbst angekündigten Albums "Obsession" ist die Single "Insanity". "Wir hatten unserem Songschreiber Antonio Berardi ermutigt, er solle doch mal nicht einfach 'auf Hit' schreiben, sondern etwas, was ihn wirklich bewegt " beschreibt Peter Gräber die Herangehensweise, "er schrieb diesen sehr persönlichen Text über das Gefühl, wenn man kurz vorm Durchdrehen ist." Die Produktion klingt wie gewohnt hitverdächtig - allerdings ohne Trends hinterher zuhecheln oder sich gar anzubiedern: House-Pop mit hypnotischen Beats, fein untermalt mit atmosphärischen Trance-Elementen und genau dem richtigen Quäntchen 80s Revival-Feeling.
"Insanity" ist als Track nicht unbedingt typisch für das aktuelle Album "Obsession", da insgesamt wieder cluborientierter ist und mehr zu den Ursprüngen von Culture Beat führt. Eingespielt mit dem Keyboarder Holger Scholkowski im paraDOX Studio in Darmstadt, enthält das Album neben potentiellen Singles wie dem cluborientierten Uptempo-Trance von "Running", dem Track "Ain't No Way" oder Songs wie "Wish" und "Be On Your Way" auch den experimentelleren Track "Bizarre" und sogar eine groovige House-Nummer: "Free Your Soul". Letztere sind gemeinsam mit Peter Zweier entstanden, der schon mit Torsten Fenslau an Culture Beat arbeitete. Wie immer entstand die perfekte Symbiose aus club-tauglichen Playbacks mit feinen Popsongs. "Schließlich", so betont Frank Fenslau "arbeiten wir im Genre Dance, weil wir es gut finden, und nicht etwa weil wir mangelnde Songwriterqualitäten überdecken müssen. Denn das hat Culture Beat schon immer ausgezeichnet: Wir arbeiten sehr lange und sehr hart an den Songs, eben so lange, bis wir 100% mit ihnen zufrieden sind. Wir haben früher einzelne Songs als Single Remix auch in Unplugged-Versionen veröffentlicht, nict zu letzt um zu zeigen, das die Nummern auch ohne Beats und Synthis funktionieren."
Dass auch Culture Beat nach über 10 Jahre im schnelllebigen Musikgeschäft so gut funktionieren, dass liegt am Anspruch aller Beteiligten, immer wieder das Beste aus sich herauszuholen: Frank Fenslau: "Das erklärt sicherlich, warum wir schon so lange erfolgreich sind: Wir sind nicht so schnell zufrieden. Wir haben nie für den schnellen Hit gearbeitet. Wir haben nie gedacht: 'Mann, schon ein Jahr keine Veröffentlichung - lass uns schnell was auf den Markt werfen'. Und wenn die Arbeit am Album zwei Jahre dauert, dann dauert es eben zwei Jahre."
Es liegt nicht zuletzt an der umwerfend positiven Energie, die Sängerin Jacky neben ihrer großen Stimme und ihrem kleinen Hund (neuerdings Culture-Beat-Maskottchen) einbrachte: "Culture Beat ist heute viel mehr als nur eine willkürliche Zusammenkunft von Menschen, die sich heute vertrauen und morgen vielleicht nichts mehr miteinander zu tun haben wollen. Wir haben viel zu lange und viel zu hart miteinander gearbeitet, als dass irgendjemand 'schönen Dank, das war's dann auch, war nett mit euch' sagen könnte. Dafür sind wir einander viel zu sehr ans Herz gewachsen."