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Das nimmt ihm nicht nur die für Deutschland so kennzeichnende (und oft lähmend wirkende) Ehrfurchtshaltung gegenüber den Pionieren des HipHop, sondern erweitert auch seinen musikalischen Horizont. Tomekk macht sich locker, aber nicht um den Preis seiner zuvorkommenden Art und des Respekts vor den Leistungen anderer. Und während DJs und Produzenten hierzulande noch viel zu sehr damit beschäftigt sind, den Scheiß real zu keepen, sucht Tomekk nach neuen Wegen, den Scheiß aufs next level zu bringen.Stichwort: next level. Das nämlich entert DJ Tomekk 1999 mit seiner Debüt-12“ „1,2,3 ... from New York to Germany - Rhymes Galore“ feat. Grandmaster Flash, Afrob, Flavor Flav und MC Rene. Das Konzept: neu, da hier erstmals US-Größen Schulter an Schulter mit etablierten deutschen Acts an Mic und Turntables stehen. „Rhymes Galore“ schlägt ein wie die sprichwörtliche Bombe, beißt sich drei Wochen auf Platz 6 der MediaControl Charts fest. Ein Jahr später die Nachfolgesingle „Ich lebe für HipHop“ mit GZA (Wu-Tang Clan), Prodigal Sunn, Curse und den Stieber Twins. Creme de la Creme. Platz 4 in den Charts. 2000 schließlich die wie Tomekks Debütalbum betitelte, dritte Single „The Return Of HipHop“ featuring KRS One, Torch und MC Rene. Tomekk ist auf dem vorläufigen Zenith seiner Karriere angelangt, Auszeichnungen wie Sieger in der Kategorie „Bester Produzent“ bei der „1 Live“-Kronen-Verleihung, und der „comet“ für „Bester Newcomer national“ heften an seiner Brust. Das Album, auf dem neben allen drei Singles auch Tracks mit u.a. DJ-Integrationsfigur Tony Touch und Reggae-Don Prezident Brown zu finden sind, markiert einen Wendepunkt in HipHop-Deutschland: Ein Producer-Album, das eine derartige Dichte an internationalen wie nationalen Gästen aufweist, hat es bis dato nicht gegeben. Tomekk, der Mittler zwischen den Kontinenten, der HipHop-Diplomat.Doch wo gehobelt wird, da fallen Späne. Nicht jeder geht mit Tomekks Sicht auf HipHop konform, auch kontroverse Interviews werden geführt. Aber Kritik macht stark, man wächst an ihr. Sich eingrenzen zu lassen war noch nie Tomekks Ding, zu ausgeprägt ist sein Bedürfnis, Neues auszuprobieren, als dass er sich auf ein an Geboten orientierendes HipHop-Credo festlegen könnte bzw. sich darauf reduzieren lassen möchte. Nur wer sich über Bestehendes hinwegsetzt wird Neuland betreten, wird neue Maßstäbe setzen können. Tomekk ist so einer.
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