DJ Tomekk III
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Und der Erfolg gibt ihm Recht: Musste er sich vor wenigen Jahren noch Kritik gefallen lassen, auch mal den ein oder anderen R&B-Tune zwischen die HipHop-Burner zu mixen, ist dies heute bei all seinen Berufskollegen Gang und Gäbe.Thema Weitsicht. Tomekks Drang, neue Ufer zu erobern, ist auch auf seinem neuen Album bei jeder Note herauszuhören. Die Produktionen entfernen sich von der klassischen Sample-Loop-und-nen-Beat-drunter-Methode, alles wurde live eingespielt, lediglich die Drumsounds sind gesamplet, Keyborads und Module ersetzen Abtastnadeln auf Plattenspielern. Also weniger DJ Premier, sondern eher Swizz Beats, Timbaland, Neptunes. Tomekk: „Die Sounds sind definitiv sehr elektronisch geprägt. Es gibt zwar durchaus noch Tracks wie die Kollabo mit Afu-Ra, die auf die herkömmliche Weise, also mit zugedrehten Filtern und gesampleten Harmonien, gemacht sind, aber die zeitgemäßen Sachen sind für mich die selbstgemachten, wo man direkt Einfluss nehmen kann auf den Sound. Ich persönlich bevorzuge es, Sounds selbst einzuspielen, weil ich sie anschließend richtig arrangieren kann. Papas Jazz-Sammlung zu plündern, also auf diese Art Beats zu machen, war vor zehn Jahren spannend, ist aber für mich nicht mehr die zeitgemäße Weise zu arbeiten. Wobei da natürlich jeder für sich seine Richtung finden und seinen Weg gehen muss.“Tomekks Weg führte ihn direkt – zu sich selbst. Denn hinter „Beat Of Life (Vol 1: S-M-G)“, so der Titel des neuen Albums, steckt, so kryptisch sich ein „S-M-G“ auf den ersten Blick auch lesen mag, ein wohl durchdachtes Konzept. „,S-M-G‘ markiert den ersten Teil einer auf zwei Alben angelegten LP-Serie und steht für ,Sex – Money – Guns‘, was in etwa das beschreibt, was bei mir momentan im Kopf vor sich geht. Das Gefühl, mit dem ich durch die Welt wandere. ,S-M-G‘ ist die eine Hälfte, die nach außen hin sehr laut, provokativ in die Fresse, mit dem Mittelfinger nach oben ist. Der zweite Teil wird dann die Entsprechung dazu sein, nämlich ,Love – Appreciation – Respect‘, also meine introvertierte Seite beschreiben. Nur sehe ich den Moment noch nicht gekommen, an dem ich mein Innerstes nach außen kehren kann, daher macht ,S-M-G‘ den Anfang.“Provokativ in die Fresse, das ist neu bei Tomekk.Der Weg, den er im Musikbiz gegangen ist, hat ihn stark gemacht, sein Selbstvertrauen gefüttert. Wie heißt es so schön? Freunde hat man, Feinde muss man sich erarbeiten. An denen ist Tomekk gewachsen, hat von ihnen gelernt und von ihnen einiges an Kritik einstecken müssen. Nun ist es an der Zeit, auszuteilen. War für ihn 2000 noch das Wort, das das Jahr am besten umschrieb, das Wort „Erfahrung“, so ist es 2002 definitiv „Spaß“. Denn: „Ich glaube, was mich ausmacht, ist, dass ich ein positiver Charakter bin.

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